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alex2
(extra fieses Drecksfoto genommen)

Berlin bashen. Eine launige, vielleicht nicht ganz ernstgemeinte, Replik (und auf die Kommentierungen dort). Weiterführend, vertiefend und erläuternd auch hier.

Mittlerweise scheint der Rest der Republik auf Berlin zu schauen, wie Frankreich auf Paris. Groß, arrogant, unhöflich und voll mit faulen Beamten und unnützen Politikern, die - verständlicherweise - am Wochenende schnellstens heim in ihre warmkuscheligen Wahlkreise düsen.

Ja, es ist ein grosser häßlicher Slum. Die wenigen Prachtalleen und -boulevards können mit keiner europäischen Kapitale mithalten. Der Kurfürstendamm, das ehemalige Aushängeschild des alten Westberlins, sieht aus wie eine mittelprächtige Einkaufsstrasse im Ruhrgebiet. Vielleicht ein wenig größer, das ist aber auch alles. Selbst gegenüber dem KaDeWe grüßt der Taschen- und Kofferdiskounter und in den Seitenstrassen erfreuen sich Asia-Import/Eport Läden allein an steigenden Einkünften aus der Geldwäsche. Der Alexanderplatz ist eine unwirtliche Steinwüste, die anderen Einkaufsstrassen eine Katastrophe.

Der Postdamer Platz imponiert allein durch Größe und durch die Wirkung der Baukörper selbst. Ansonsten ist weder architektonisch noch stadtplanerisch ein bedeutender Wurf gelungen. Eine Retortenstadt in der Stadt. Außer Touristen und den Angestellten von Daimler, Deutscher Bahn und PWC ziehts dort aber auch wenige hin. Und die Museumsinsel, der einzige mögliche Lichtblick, wird 15 Jahre nach der Wiedervereinigung wohl noch weitere 15 Jahre brauchen, um einigermaßen vorzeigbar zu sein.

Ja, es ist ein großer hässlicher Slum. Aber deshalb auch billig. 130.000 Studenten und ca. eine halbe Million "Illegale" versenken ihre Kohle statt in überteuerten Mieten in Cafes, Clubs, Kneipen und/oder sonstiger Kultur. Eine Nachfrage, die wiederrum ein entsprechendes Angebot stimuliert. Und das anders als in anderen deutschen Städten 24/7. Erst aus Trash entstehen oft nachhaltige Trends. Erst eine monetäre Zwangslage führt zu Improvisationen und zu so manchen Geniestreichen. Etwas, was oft selbst nicht das größte Entwicklungs- und Marketingbudget zu leisten vermag.

Ja, Berlin ist ein großer hässlicher Slum. Aber warum kommen nochmal alle hierher? Vielleicht hat es etwas mit der Ödnis und Langeweile zu tun, die mir in anderen Städten jedesmal so heftig entgegenbratzt...

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Trackbacks zu diesem Beitrag

gdilngearti - 8. Jul, 14:34

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tufxtvwpy - 12. Jul, 03:03

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bxetwyv - 13. Jul, 07:19

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